Delfinarium Duisburg – Ein Erfolgsmodell

Heute möchte ich hier das Delfinarium des Zoo Duisburg vorstellen und erklären, warum es so besonders ist.
Das damalige Delfinarium wurde 1965 gebaut und war eines der ersten Delfinarien im Binnenland, ohne direkten Anschluss ans Meerwasser. Das Wasser wurde mit vielen Säcken Salz künstlich erzeugt. Zuerst gab es nur eine Traglufthalle in der die aus Florida importierten Tümmler in einem eher kleinen Becken dem Publikum ihre Sprünge präsentierten. Schon 1968 wurde den Tieren dann ein festes Gebäude gebaut und das alte Becken diente den in Kanada gefangenen Belugawalen und aus Südamerika importierten Jacobitadelfinen als neue Heimat.
ferdinand Infotafel am Delfinarium
Überhaupt war Duisburg ein Vorreiter in Sachen Delfinhaltung. Neben Großen Tümmlern, Belugas, Schweinswalen, Jacobitas und Sotaliadelfinen wurden – bis heute – Amazonasflussdelfine gehalten.
Während bald auch andere Zoos nachzogen (Nürnberg eröffnete sein Delfinarium 1971 und viele Freizeitparks wie Phantasialand, Heidepark Soltau, Hansaland Sierksdorf und Europapark Rust hatten eine Delfinshow) war Duisburg der einzige Zoo in Deutschland der Jacobitas und Flussdelfine hielt.
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Baby der einzige Flussdelfin außerhalb Südamerikas
Der damalige Zoodirektor Dr. Gewalt hatte in langen Fangexpeditionen die drei Belugas, fünf Flussdelfine und über 15 Jacobitas selbst gefangen und nach Duisburg gebracht, während die Sotaliadelfine aus Nürnberg kamen und die ersten Tümmler aus Florida, später auch über Händler und andere Parks aus Kuba und Mexiko.
Damals waren Wildfänge durchaus erlaubt, trotzdem versuchte man früh, die Delfine im eigenen Beckensystem nachzuzüchten. Dafür stand den Tümmlern im Gebäude von 1968 allerdings nur ein 500.000 Liter fassendes Showbecken plus ein kleines Becken zum Separieren kranker Tiere zur Verfügung.
Hatte eine Delfinmutter ein Baby geboren, musste das Delfinarium für Besucher geschlossen werden, um das empfindliche Immunsystem des Kalbes nicht zu gefährden, außerdem war es schwierig, die anderen Delfine über Monate von Mutter und Baby zu trennen, so dass es auch zu Unfällen kommen konnte wenn die adulten Tiere ihre Rangordnung regeln wollten und das Kalb zwischen die Fronten geriet.
1995 wurde dann ein neues Gebäude neben dem alten errichtet, das wesentlich größer ist und den Delfinen 3 Millionen Liter Meerwasser eröffnete mit einem Showpool der bis zu 5,6 Meter tief ist und zwei Backpools von denen einer über einen schmalen Kanal in den alten Showpool mündet. So stehen den Tümmlern nun statt 0,5 plötzlich 3,5 Millionen Liter Wasser zur Verfügung. Im abtrennbaren alten Showpool können die Delfinmütter nun ungestört ihren Nachwuchs aufziehen, während gleichzeitig im neuen Gebäude die Vorführungen für Besucher weitergehen können.
Auch das Filtersystem war eine Innovation der Duisburger, hier kamen erstmals moderne Eiweißabschäumer und Ozonfilter zum Einsatz. Die Anlage steht auf Stoßdämpfern in einem Unterwasserraum neben der Beckenanlage und verhindert damit, dass die Geräusche für die Delfine im Becken zu hören sind.
IMG_7528 Delphi und Tochter Debbie
Gerade die Delfinhaltung wird von Tierrechtlern immer wieder kritisiert, besonders wenn geborene Delfinbabies sterben, obwohl auch in der Wildnis über 50% aller geborenen Delfinbabies versterben.
In Duisburg wurde schon 1988 das erste Kalb erfolgreich großgezogen, der Bulle namens Duphy starb erst 1999 an einer Erkrankung.
Danach gab es immer wieder erfolgreiche Geburten, 1992 das Weibchen Delphi, 1996 das Weibchen Daisy, deren Mutter Pepina 1994 aus dem kleinen Pool des Freizeitparks Hansaland Sierksdorf importiert worden war.
Auch der Zuchtbulle Ivo wurde 1999 aus einem kleinen dunklen Becken in Antwerpen übernommen. Das waren die letzten Importe die ursprünglich noch der freien Wildbahn entnommen worden waren. Alle anderen Tümmler in Duisburg stammen aus der eigenen Zucht. 2007 gab es gleich zweifachen Nachwuchs, denn Pepina und Delphi brachten Donna und Dolly zur Welt.
2011 dann ein neuer Rekord, als Pepina, Delphi und Daisy Nachwuchs hatten in Diego, Dörte und Darwin.
Donna und Dolly leben mittlerweile in Nürnberg, Diego und Darwin auf Lanzarote.
Dörte ist noch in Duisburg zu sehen neben ihrer jüngeren Schwester Debbie die 2015 geboren wurde und Pepinas Nachwuchs von 2016, Dobbie.
Nachfolgend der Stammbaum mit Fotos aller in Duisburg lebender Delfine:
stammbaum
Die Erklärung für die zunehmenden Zuchterfolge liegt natürlich in dem zunehmenden Wissen über Delfine, das dank deren Haltung weltweit zu enormen Erkenntnissen geführt hat, die man im oft trüben Meerwasser an scheuen, den Mensch meidenden Wildtieren nicht erhalten könnte. So wurde in Delfinarien herausgefunden, dass Delfine sich im Spiegel erkennen, einen Signaturpfiff haben, der so etwas wie ihren eigenen Namen darstellt, und durch regelmäßige Ultraschalluntersuchungen konnte die Entwicklung des Embryos besser verstanden werden.
Auch die Tierärzte lernen täglich Neues über ihre Schützlinge hinzu und die Forschung an den Kälbern mit täglichem Wiegen, Vermessen und Blutuntersuchungen rettete vielen von ihnen das Leben.
Ein Großteil dieser Forschung, im kontrollierten Umfeld des klaren Beckenwassers durchgeführt, kann nun auch wilden Delfinen zugute kommen, etwa wenn diese nach einer Strandung erkrankt gerettet werden und von Delfinarien vorübergehend versorgt werden müssen oder wenn man Sender an wilden Delfinen anbringt um ihre Wanderwege besser zu verstehen.
In Duisburg fand und findet viel Forschung statt, etwa zur Echoortung der Tümmler.
Selbst in der täglichen Vorführung kann man sehen, dass die Behauptung der Delfinariengegner, Delfine würden ihr Echolot im Becken nicht nutzen können, da es von den Wänden abprallen würde, nicht der Wahrheit entspricht, denn Ivo werden mit Saugnäpfen die Augen abgedeckt und er taucht dann „blind“ einen zuvor versenkten Gummifisch zurück an die Oberfläche den er jedesmal zielsicher mit Hilfe seines Echolots aufgespürt hat:
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Das Delfinarium ist auch Ort der Edukation für die Bevölkerung. Während in der Vorführung hauptsächlich Anatomie und Fähigkeiten der Delfine erklärt werden, informieren zahlreiche Plakate im Gebäude zusätzlich zu Überfischung, Plastikmüll im Meer, Walfang und andere Gefahren für wilde Delfine:
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Beispiele für aktuelle Forschung im Duisburger Delfinarium findet ihr hier:
Geben sich Delfine Namen?Video!
und am Flussdelfin:
Forschung für Flussdelfine
Augenultraschall am FlussdelfinVideo!
Weitere aktuelle Forschung an Delfinen in Delfinarien:
„Fitbit“ an Delfinen
All dies zeigt, wie wichtig das Duisburger Delfinarium ist. Für die Bildung der Bevölkerung, für die Forschung und damit den Artenschutz aber auch für die Region Ruhrgebiet, denn viele Besucher des Zoos kommen von weit her, oft auch aus dem Ausland, um die Delfine in Duisburg zu sehen. Als Arbeitgeber, Wirtschaftsfaktor und Tourismusmagnet ist das Delfinarium nicht zu unterschätzen und seine lange Geschichte und erfolgreiche Zucht macht es zu einem echten Erfolgsmodell.

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Grundlagenforschung im Zoo

Ich möchte heute einige Beispiele für Grundlagenforschung im Zoo nennen, da von Tierrechtlern immer wieder behauptet wird, Zoos würden keine Forschung oder keinen Artenschutz betreiben.
Zunächst einmal eine Definition: Was ist eigentlich Grundlagenforschung?
Die Grundlagenforschung ist eine wissenschaftliche Untersuchung die ein Elementarwissen für weitergehende Forschung schafft.
Sie ist die Basis für Erkenntnisgewinn und Fortschritt, während die angewandte Forschung zielorientiert ist und ein festes Vorhaben verfolgt.
Die Grundlagenforschung ist immer die Voraussetzung für die angewandte Forschung.

Fast alle Zoos sind in die Grundlagenforschung über Tiere involviert.
Im Nachfolgenden einige Beispiele von vielen:
Der Zoo Duisburg schreibt auf seiner Webseite, dass biologische Forschung wichtig ist, um das Wissen über Tiere zu erweitern. So ist etwa das Immunsystem der Delfine oder die Reproduktion der Wombats wenig erforscht, einige Arten im Freiland sind sogar gar nicht erforscht.
(Wer sich die rote Liste bedrohter Arten der IUCN ansieht, stellt fest, dass bei vielen Arten nicht einmal bekannt ist, ob ihr Bestand zu- oder abnimmt oder wie groß er insgesamt ist!)
Manches an Untersuchungen ist nur in einem Zoo möglich, wie etwa Hormonstudien von Elefanten oder Ultraschall von Delfinen um die Embryoentwicklung sichtbar zu machen.
Im Duisburger Zoo wurden schon zahlreiche Studien und Doktorarbeiten durchgeführt die in Büchern und Fachzeitschriften publiziert wurden.

Der Zoo Frankfurt  gab 2016 bekannt, dass er in den kommenden 5 Jahren eine Stiftungsprofessur der Goethe-Universität mit 50.000 Euro finanzieren würde.
Die Professur befindet sich im Institut für Ökologie, Evolution und Diversität.
Die drei Hauptthemen der Grundlagenforschung sind
1. die Anpassung von Wildtieren und Zootieren an eine wandelnde Umwelt besonders durch den menschlichen Einfluss,
2. Naturschutz in Zeiten der Globalisierung und
3. Erforschung von Infektionskrankheiten von Wild- und Zootieren.
Der Direktor des Instituts, Professor Dr. Klimpel sagte, dass Menschen und Krankheiten die Wildtiere bedrohen, und dass es daher wichtig sei, Restbestände im Freiland und Reservepopulationen in Zoos wissenschaftlich zu untersuchen.

Ein konkretes Beispiel hierfür ist Giraffe Max im Zoo Berlin.
Er trägt auf dem Kopf einen Sender festgeschnallt für ein Forschungsprojekt im Freiland.
Dieses wird vom Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung ausgeführt.
Es sammelt Bewegungsdaten von Giraffen weil deren Bestände in den letzten 30 Jahren um 40% zurückgegangen sind.
Die Sender sammeln GPS-Daten um die Tiere zu überwachen.
Max wird beobachtet, um zu sehen wann er frisst, läuft oder döst.
Ein Tierpfleger gewöhnte Max mühevoll innerhalb von 10 Monaten an das Halfter damit er es sich mitsamt des Senders freiwillig umschnallen ließ.
Zwei weitere Giraffen in kanadischen Zoos nehmen ebenfalls an der Studie teil.
Die wilden Populationen können dann gezielter geschützt werden, wenn man weiss, wo die Giraffen wann was tun.
Zusätzlich unterstützt der Zoo das Wild Nature Institute  bei einem Schutzprojekt für Massai-Giraffen in Tansania.

Grundlagenforschung im Tiergarten Schönbrunn, Wien:
Wien kooperiert mit der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie. Gemeinsam vergeben sie 5.000 Euro im Jahr aus ihrem „Forschungsfonds für Grundlagenforschung an Amphibien und Reptilien“.
Knapp 1.500 Euro flossen 2017 in Feldstudien an der kroatischen Gebirgseidechse (Iberolacerta horvathi). Hierbei wurde untersucht, wo genau diese in Österreich lebt und bei Funden wurden dann weitere mögliche Nischen gesucht. Das Endresultat war eine Verbreitungskarte entlang der nördlichen Verbreitungsgrenze in Österreich.

Des weiteren wurden 3.200 Euro gespendet für ein Projekt, dass den Geruchssinn (und seine Bedeutung für das Finden von geeigneten Kaulquappen-Kinderstuben) des Pfeilgiftfrosches Allobates femoralis untersucht. Das Experiment sollte zwei Ansätze kombinieren:
Einmal wurden adulte Frösche in unbekanntes Areal gesetzt und einmal Kaulquappen auf ihre Rücken gesetzt um das Trageverhalten auszulösen.
Man möchte wissen ob der Geruchssinn ihnen beim Auffinden von Wasserstellen hilft.
Mit dieser neuen Methode kann man zum ersten Mal im Freiland die Rolle des Geruchssinns für räumliche Orientierung des Frosches erforschen.

2018 finanzierte man mit 2.280 Euro ein Projekt für Schildkröten.
Hierbei wurden drei Arten (Cuora amboinensis, C. galbinifrons, C. mouhotii) auf ihre dorsale Zungenmorphologie untersucht wegen ihrer unterschiedlichen Lebensweisen.
Jeweils eine Art lebt aquatisch, semiaquatisch bzw. terrestrisch.
Die drei Arten fangen und fressen jeweils mit anderen Methoden ihre Beute.
So hat die aquatisch lebende C. amboinensis eine kleine Zunge und saugt die Beute ein. (Saugschnapper). Sie hat auch weniger Schleimdrüsen auf der Zunge.
Die anderen zwei Arten brauchen mehr Schleim um die Nahrung an ihre Zunge zu heften. Nun soll ein Micro-CT die Struktur der Zungenpapillen und Zungendrüsen in 3-D darstellen. Die Ergebnisse dieser Studie können einen Einblick geben in die Evolution der Zunge von nah verwandten Arten.

2018 wurde außerdem 3.022 Euro in die Erforschung des Amphibienpilzes „Bsal“ investiert.
Mit dem Geld wird Bsal in Tirol überwacht, sowohl bei Feuersalamandern als auch Alpensalamandern.
Der Pilz, der mit vollem Namen „Batrachochytrium salamandrivorans“ heisst und auch als Salamanderpest bezeichnet wird, stellt eine große Gefahr für europäische Lurche wie den Feuersalamander dar.
Seit 2013 gibt es einen starken Rückgang von Feuersalamandern.
Wissenschaftler erstellen einen Managementplan für europäische Lurche. Das Ausbreitungsareal des Pilzes und neue Gebiete sollen erfasst werden.
Seit 2016 gibt es ein jährliches Screening des Pilzes in Tirol und ab 2018 ist das auch für die Alpen und den Alpensalamander geplant. Dabei werden auch Hautabstrichproben für weitere Untersuchungen konserviert.
Genetische Variationen der Tiere können für eventuelle Nachzuchtprogramme gesammelt werden. Zudem sollen die Populationsgrößen ermittelt werden um Abnahmen aufhalten zu können bevor es zu spät ist.

Auch in Deutschland breitet sich Bsal weiter aus. Während der Pilz zunächst nur in der Eifel erschien, nahe der Grenze zu Belgien und Limburg, wo er vorher schon aufgetreten war, konnte er im Juli 2017 schon in Essen (NRW) nachgewiesen werden.
Der Pilz befällt die Haut der Tiere, die dadurch Geschwüre bekommen, die wiederum von Bakterien befallen werden. Meist sterben sie dann innerhalb einer Woche.
Der Pilz ist leider so infektiös und hartnäckig, dass er sich auch im Wasser und im Erdboden noch viele Wochen lang hält.
Als erste Vorsichtsmaßnahme wird empfohlen, hohe Hygienestandards einzuhalten.
Biologen, die Proben von Gewässern oder Salamandern nehmen, sollten immer die Kleidung und Schuhe wechseln bevor sie ein anderes Gebiet/Gewässer betreten.
Alles, auch die Transportboxen, Kescher usw. müssen gründlich desinfiziert werden.
Noch gibt es leider keine Heilung. Man muss darauf hoffen, dass die Tiere irgendwann resistent werden.
Mitfinanziert wurden diese Untersuchungen auch vom Zoo Landau.
(Quelle: Zeitschrift für Feldherpetologie, März 2018. Autoren: L. Dalbeck, H. Düssel-Siebert, A. Kerres, K. Kirst, A. Koch, S. Lötters, D. Ohlhoff, J. Sabino-Pinto, K. Preißler, U. Schulte, V. Schulz, S. Steinfartz, M. Veith, M. Vences, N. Wagner, J. Wegge.)

Eine andere interessante Erkenntnis brachte die Grundlagenforschung an Tigern des Leibnitz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung:
Es gibt nur 2 statt 6 Tigerunterarten!
Das ist für die Tiere eine gute Nachricht, da nun Schutzmaßnahmen einfacher werden und Erhaltungszuchtprogramme flexibler.
Das Institut hat Tiger-Datenmaterial erstellt mit dem Nationalmuseum Schottland, Naturhistorischen Museum Kopenhagen und dem Selandia Collage Dänemark.
Sie fanden heraus, dass sich viele Unterarten viel ähnlicher sind als gedacht. Nur zwei sind klar unterscheidbar: Der Sundatiger (P. t. sondaica) und der Festland-Tiger (P. t. tigris), während sich die nördliche Unterart (Amurtiger) von diesem stark von der südlichen (Bengaltiger, Malaysischer usw) unterscheidet.
Daten von 200 Schädeln und Färbung von 100 Fellen wurden mit molekulargenetischen Merkmalen aller Unterarten verglichen (6 lebende und 3 ausgestorbene).
Nur der Sundatiger (Sumatratiger) unterschied sich zuverlässig. Vor etwa 73.000 Jahren brach ein Vulkan auf Sumatra aus wodurch es zu einem Massensterben bei Tigern kam. Es überlebten nur einige in Südchina.
Heute gibt es nur noch weniger als 4.000 Tiger in ganz Asien.
Zuviele Unterarten hatten den Handlungsspielraum für Zucht- und Auswilderungsprojekte reduziert. Manche Populationen waren für den Schutz sogar schon zu stark dezimiert gewesen.
Ziel ist es, die Bestände bis 2022 zu verdoppeln oder wenigstens auf 6.000 Tiere zu bringen und dafür ist genetische Vielfalt wichtig, wegen der besseren Resistenz gegen Keime usw.
Darum ist eine Reduzierung auf 2 Unterarten für Tigerschützer eine gute Nachricht, da sie nun mehr Tiger für die Zucht vermischen können und eine größere Vielfalt erzielen.

Auch für Wassertiere gibt es Grundlagenforschung, so etwa im Aquazoo Düsseldorf, der das Projekt „Quaken für das Klima“ hat. Dieses Zuchtprojekt erhielt bereits den Amphibian Award und zwei weitere Auszeichnungen.
Die Zucht dient der Arterhaltung, Wissenserweiterung und einen besseren „vor-Ort-Schutz“. Dieses Wissen wird vom Zoo auch veröffentlicht.
Partner des Projekts ist die Stiftung Artenschutz, die unter Anderem den Titicaca-Riesenfrosch schützt, was vom Aquazoo mit unterstützt wird.
Auch züchtet der Aquazoo seit 2008 Vietnamesische Moosfrösche, und betreibt Grundlagenforschung zu ihrer Fortpflanzungsbiologie.
Auch züchtet man Rotaugenlaubfrösche und seit 2016 Zagros-Molche, die selten geworden sind.
Im Herbst findet im Aquazoo der Artenschutztag statt, bei dem die Besucher über bedrohte Arten informiert werden.
Ein Projekt des Zoos ist die Wiederansiedelung des Maifisches im Rhein sowie die Erhaltung der Edelkrebse, Tequila-Kärpflinge, Azraq-Kärpflinge und Patzcuaro-Axolotl.
Ein Partner des Zoos ist Yaqu Pacha. Die Organisation engagiert sich für den Schutz wasserlebender Säugetiere in Südamerika.
Der Aquazoo nimmt teil an den europäischen Zuchtprogrammen (EEP) für Schwarzspitzenriffhaie, Spaltenschildkröten, Brillenpinguinen usw. und führt die Zuchtbücher für Gundis, Smaragdwarane, Korallenkatzenhaie und Großpunkt-Stechrochen.

Ein weiterer Zoo, der sich um Wassertiere kümmert, ist der Zoo Rostock.
Er vereinbarte 2017 die Kooperation mit dem IOW.
Das IOW (Leibnitz-Institut für Ostseeforschung in Warnemünde) betreibt Grundlagenforschung zur Funktionsweise des Ökosystems der Küstenmeere.
Es ist ein gemeinsames Quallenprojekt geplant, in dem die Lebensweise, Zucht und Umweltansprüche der Quallen erforscht werden.
Seit einiger Zeit besitzt der Zoo eine erfolgreiche Quallenzucht und steht dabei im Austausch mit Zoo Berlin, Tiergarten Schönbrunn und Enoshima Aquarium in Japan.
Rostock hält Medusen von 10 und Polypen von 20 Quallenarten. Weitere 7 Arten werden im Polarium des Zoos gezeigt.
Häufige Partner des Zoo Rostock bei Forschungsprojekten sind die Universität Rostock, die Hochschule Wismar und die Beuth Hochschule für Technik in Berlin.

Wer jetzt noch glaubt, Zoos würden kein Geld und keine Zeit für den Artenschutz aufwenden, dem ist nicht mehr zu helfen. Professoren, Wissenschaftler, Biologen und Doktoren sind häufige Partner und Gäste von Zoos und arbeiten eng mit ihnen zusammen um unsere Tierwelt zu erhalten, während PETA, WDSF und andere Tierrechtsverbände unsinnige Klagen anstreben, sich nackt auf der Straße räkeln oder Plakate schwingen. Das alles nützt jedoch dem Tierschutz herzlich wenig.
Übrigens: Die PETA gibt selbst zu, nicht für ein Recht auf Leben für Tiere einzutreten, was sie in den USA eindrucksvoll beweisen, wo sie in ihrem „Tierheim“ jährlich tausende gesunde Katzen, Hunde und andere Haustiere einschläfern, anstatt sie zu vermitteln.
Grund ist, dass PETA gegen sämtliche Tierhaltung ist, egal ob es der Arterhaltung dient, der Ernährung oder Unterhaltung.
Solche Verbote können aber nur Leid für beide Seiten bedeuten, ob man jetzt einem Blinden den Blindenhund wegnimmt (wie von PETA gefordert) oder einem Zirkus den Elefanten oder einem Zoo den Delfin oder Menschenaffen.
In allen Fällen bedeutet es eine Verarmung von Wissen und Nähe über bzw zu Tieren.
Da der Mensch aber nur schätzt, liebt und schützt, was er kennengelernt hat, führt die Entfremdung zu Tieren und der Natur dazu, dass der Mensch immer gleichgültiger wird gegenüber diesen. Das Tier wird erneut wie schon im Mittelalter zum Mysterium, entweder vermenschlicht oder verabscheut und verfolgt.
Wenn wir diesen Rückschritt in solche Zeiten nicht wollen, wenn wir Tiere schützen und Arten erhalten wollen, müssen wir uns darum den Zoos, Tierparks, Aquarien, Delfinarien und gut geführten Zirkussen zuwenden und nicht den Tierrechtlern die diese schließen wollen.

 

Buchtipp – Unsere Vögel

Heute möchte ich ein Buch vorstellen, dass ich vor Kurzem gelesen habe.
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In dem Buch beschreibt der Ornithologe Peter Berthold, *1939, der von 1991 bis 2005 die Vogelwarte in Radolfzell leitete, warum unsere heimischen Vogelarten heutzutage so stark bedroht sind und was wir dagegen tun können.

Anhand der Daten von IUCN und WWF erläutert Herr Berthold, dass wir in den letzten 40 Jahren etwa 30 % aller Tier- und Pflanzenarten verloren haben und die derzeitige Aussterberate der vor 65 Millionen Jahren entspricht, als die Dinosaurier ausgelöscht wurden. Wir leben also in Zeiten einer 6. großen Aussterbewelle, welche allerdings zum ersten Mal durch eine Art – den Menschen – verschuldet ist.

Von 1989 bis 2014 nahm die Zahl der Fluginsekten um 80 % ab.
Dieser enorme Verlust wirkt sich natürlich auch auf die Vogelwelt aus, besonders auf insektenfressende Arten und die, die zumindest ihre Küken damit füttern.

Herr Berthold nennt als Hauptverursacher dieses Rückgangs die Landwirtschaft, die mit den heutigen Monokulturen, sehr früher Mahd, großer Flächen ohne Randbereiche mit Hecken und Kräutern und vor allem dem Einsatz von Pestiziden wie Neonikotinoiden und Glyphosat das Meiste an Insekten und auch Pflanzen vernichtet, die für Vögel wichtig sind um zu überleben.
Auch darum ist heutzutage wohl die Artenvielfalt in vielen Städten höher als auf dem Land, denn dort finden Vögel und andere Tiere in Gärten, Friedhöfen und Parkanlagen noch ungespritzte Bereiche mit Wildpflanzen und Insekten vor.
Als Beispiele nennt Herr Berthold Berlin, Hamburg, München, Köln und Essen, die dank vieler Wasser- und Grünflächen sowie Anzahl an Bäumen viel mehr Vogelarten ein Zuhause bieten als die heutige Monokultur der ländlichen Gegenden.

Ein weiterer Beweis für die intensive Landwirtschaft als Hauptschuldigen liefert die Liste der Vogelarten die besonders im Rückgang betroffen sind, das sind nämlich vor Allem Bodenbrüter und Feldvögel wie das Rebhuhn, die Feldlerche, Star und Sperlinge.
Durch die frühe Mahd verlieren viele dieser Arten ihre Gelege oder finden keine „Unkräuter“ mehr als Nahrung, da alles totgespritzt wird, während früher auf Äckern noch Wildpflanzen wuchsen, die 1 Millionen Tonnen Samen produzierten!
Auch das vermehrte Halten von Nutztieren in Ställen statt auf Weiden lässt die Zahl der Insekten schrumpfen, die früher von den Ausscheidungen angezogen wurden.
So fehlt den Vögeln das Futter von einst, wo das Vieh noch draußen gehalten wurde.

Weitere Schuldige sind Umweltverschmutzung und Verkehr, Verlust von Lebensräumen, der Vogelfang in Afrika und dem Mittelmeerraum, dem jährlich Millionen Zugvögel zum Opfer fallen, Katzen, Zusammenstöße mit Fenstern, und der vermehrte Bau von Windkraftanlagen, deren Rotoren ebenfalls viele Vögel töten.

Nun klagt Herr Berthold aber nicht nur an, er bietet auch eine Lösung für das Problem.
Gemeinsam mit Heinz Sielmann hat er eine Idee ins Leben gerufen, die „Jeder Gemeinde ihr Biotop“ lautet. Hier lehnt er es richtiger Weise ab, mit allzu radikalen Tierschützern zusammenzuarbeiten, die es sich vielleicht schon durch Protestaktionen oder illegale Auftritte mit Politik, Bürgermeistern oder Behörden verscherzt haben, sondern geht sehr sachlich vor. Das Motto lautet (gekürzt) „Gutes tun für die Natur, aber keine Zeit mit Anklagen oder Protesten verschwenden, was meist Feinde schafft und nur wenig für die Natur bewirkt.“ Das sollten sich gewisse Tierrechtsverbände mal zu Herzen nehmen!

Auch wenn es in Deutschland um die 9000 Naturschutzgebiete gibt, sieht Herr Berthold dringenden Handlungsbedarf, da diese Gebiete meist zu klein sind, zu weit auseinander liegen oder die darin lebenden Arten nicht genug geschützt werden, weil Behörden und Anwohner/Gemeinden sich nicht zuständig fühlen und sie zu den Gebieten keine Verbindung fühlen.
Die Idee, ein Biotop gemeinsam mit einer Gemeinde zu gründen, indem man Flächen nimmt, die wirtschaftlich von geringem Interesse sind, hilft dagegen, dass die Anwohner sich mit „ihrem“ Biotop identifizieren und es vor Vermüllung, Übernutzung oder anderen Gefahren schützen.
Begonnen hatte alles 2005 mit dem ersten Biotop am Bodensee, das von der Heinz-Sielmann-Stiftung mitfinanziert wurde. Da das Biotop sehr gut ankam, wurde das Projekt „Jeder Gemeinde ihr Biotop“ gegründet, deren Projektleiter die Heinz-Sielmann-Stiftung ist. Dieses Jahr soll die bundesweite Projektarbeit beginnen.

Wer jetzt meint, das Vogelsterben oder Insektensterben ginge ihn nichts an, weil er diese Tiere eh nicht mag, für den hat Peter Berthold noch einige interessante Beispiele parat:
So gab es in China 1958 eine Kampagne, alle Spatzen auszurotten, die als Ernteschädlinge angesehen wurden. Die Menschen sollten permanent Krach machen, bis die herumgescheuchten Vögel vor Erschöpfung starben. Die Kampagne war erfolgreich und 2 Milliarden Vögel wurden vernichtet. Daraufhin kam es zu einer Heuschreckenplage mit Ernteausfällen die zur größten Hungersnot der Menschheitsgeschichte führten. 45 Millionen Chinesen verhungerten!

Was die Insekten betrifft, so bestäuben diese (und andere Tiere) 3/4 unserer Nutzpflanzen, was einen Wert von weltweit jährlich bis 577 Milliarden Doller ausmacht.
Wer also gerne Obst, Gemüse, Kaffee, Tee usw. konsumiert, sollte froh sein, dass es Insekten gibt.

Zu guter Letzt bricht Herr Berthold eine Lanze für die ganzjährige Vogelfütterung.
Sie bewirkt einen früheren Brutbeginn, mehr Eier von besserer Qualität sowie mehr erfolgreich aufgezogene Küken pro Gelege.
Vögel verbrauchen im Sommer nämlich auch viel mehr Energie als im Winter, da sie auf Nahrungssuche und zur Revierverteidigung viel mehr umherfliegen müssen.
Füttert man sie, haben sie mehr Zeit, Insekten für den Nachwuchs zu suchen ohne dabei selbst zu hungern.
Sonnenblumenkerne, Feinsamen und Fettfutter in Form von z.B. Meisenknödeln ist für die Vögel dabei am Sinnvollsten.
Herr Berthold gibt außerdem in seinem Buch Tipps, welche Pflanzenarten man in seinem Garten oder auf dem Balkon anpflanzen kann, um Vögel und Insekten anzulocken und zu ernähren. Dazu gehören vor allem Kriechrose, Efeu und andere Kletterpflanzen, heimische Pflanzen wie Kornblume, Distel, Kornrade, Mohn, Obstbäume und wenn möglich kann man einen Teich anlegen.

Mein Fazit:
Das Buch ist absolut lesenswert für jeden, der mehr für unsere Natur und Tiere tun möchte, und es ist nicht umsonst ein Spiegel- Bestseller.

Morgan ist trächtig

Heute gibt es wundervolle Neuigkeiten aus dem Loro Parque, Teneriffa zu vermelden.
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Das 2010 im niederländischen Wattenmeer gerettete, bis auf die Knochen abgemagerte, Orcaweibchen Morgan wurde zunächst im Harderwijk Dolfinarium, Niederlande aufgepäppelt und gesund gepflegt. 2011 wurde Morgan nach Teneriffa, in den Loro Parque transportiert, um mit anderen Schwertwalen zusammenleben zu können.

Die Zusammenführung klappte gut, aber beim täglichen Training merkten die Pfleger von Morgan schnell, dass sie nicht wie die anderen Orcas auf die Signalpfeife reagierte, die am Ende einer Übung dem Tier signalisiert, dass es etwas richtig getan hat.
Unabhängige Experten die einige Hörtests durchführten, bestätigten die Vermutung:
Morgan ist taub.
Das ist auch die wahrscheinliche Ursache für ihren Zustand, in dem sie 2010 alleine aufgefunden wurde, ohne ihre Orcafamilie.
Schwertwale können ohne Familie nicht überleben, da sie von ihrer Mutter und Geschwistern alles beigebracht bekommen, von Gefahren über die richtige Fischfangtechnik bis hin zu dem eigenen Dialekt, den jede Orcagruppe hat.
Trotz ihrer Taubheit kommt Morgan im Loro Parque gut zurecht, es wurden für sie sogar extra Scheinwerfer über und unter Wasser installiert, die ihr mit einem Lichtsignal zeigen, wenn sie etwas richtig gemacht hat, und so als Ersatz für die Trainer-Pfeife fungieren.
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Es bleibt abzuwarten, wie Morgan sich als Mutter machen wird. Orcas sind 17 -18 Monate trächtig, man wird sich also noch gedulden müssen.
Die letzte Geburt eines Orcaweibchens, Takara, in SeaWorld San Antonio, Texas, endete leider 2017 mit dem Tod des Kalbes Kyara, das an einer Lungenentzündung erkrankt war.
Da Delfinkälber (Orcas sind die größten Vertreter der Delfinfamilie) ohne Immunsystem geboren werden, ist mit einer Erkrankung leider häufig zu rechnen, auch in freier Wildbahn überleben um die 50% aller geborenen Delfine nicht.

Ich drücke den Mitarbeitern des Loro Parques beide Daumen, dass die Schwangerschaft für Morgan und ihr Baby gut verläuft, und dass es gesund geboren wird.
Alles Gute auch für dich, Morgan!
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Zu Gast bei der WPA

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Himalaya-Glanzfasane
Am 9.9.2017 hatte ich das Glück, der Jahreshauptversammlung einer wichtigen Vogelschutzorganisation beiwohnen zu dürfen. Die WPA (World Pheasant Association) ist eine bekannte Schutzorganisation zur Erhaltung bedrohter Hühnervögel (Fasane, Wachteln, Frankoline, Pfauen etc.) und hat unter Anderem das Ziel den in der Natur ausgestorbenen Edwardsfasan nachzuzüchten und irgendwann wieder auszuwildern.
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Edwardsfasan

Am Tag der Hauptversammlung kamen dieses Jahr die Mitglieder aus den Beneluxländern, Deutschland und Großbritannien zusammen. Verantstaltungsort war Arnheim. Am 8.9. wurde der Burgers Zoo besucht, am 9.9. eine Hühnervogel-Zuchtanlage in Arnheim von Michael van Duijnhoven besichtigt und interessante Vorträge geboten und am 10.9. stand der Besuch des Vogelparks Avifauna in Alphen aan den Rijn an.

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Swinhoefasan
Da ich sehr kurzfristig am Artenschutztag im Zoo Duisburg von diesem Treffen erfahren hatte und ich keinen Urlaub nehmen konnte, war es mir nur möglich, am 9.9. dabei zu sein, als die Zuchtanlage zu besichtigen war.
Zunächst durfte ich interessanten Vorträgen lauschen, in denen es unter Anderem um Clickertraining für aggressive Fasanenhähne ging. Ein Beitrag von Jaap Korten befasste sich, begleitet von sehr schönen Fotos, mit Sandflughühnern, Frankolinen u.a. in Afrika.
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Gelbkehlfrankolin
Besonders gefreut hat mich die Vorstellung der neuen Webseite der WPA, da ich mir kurz vor meinem Besuch noch die alte Webseite angeschaut hatte, und diese als sehr veraltet und unattraktiv empfunden hatte, unter Anderem war die Schrift schwer lesbar und es gab kaum Fotos. Auch fehlten aktuelle Termine. So hatte ich mir vorgenommen, den WPA-Mitgliedern vorzuschlagen, eine neue Website zu kreieren, aber nach dem Vortrag hatte sich das erledigt, denn die neue Webseite ist wunderbar gelungen und lässt nichts zu wünschen übrig.
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Helmhokko
Dann wurden wir in Gruppen eingeteilt und durften uns die beeindruckende Zuchtanlage anschauen. Sie bestand aus Innenräumen und Aufzuchtkäfigen, teils mit Rotlichtlampen, für kälteempfindliche Hühnervögel, sowie einigen Reihen Außenanlagen für kälteresistente Hühnervögel.

Da es leider in Zoos heutzutage immer weniger Vögel (zugunsten von Säugetieren) zu sehen gibt (ein Beispiel von vielen: Der ZOOM Gelsenkirchen entfernte vor Kurzem eine Voliere mit Geierperlhühnern und anderen Vögeln um eine Anlage für Zwergmangusten zu bauen), hatte ich noch nicht viele Hühnervogelarten „live“ gesehen und war begeistert von der Vielfalt.
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Goldfasane, Lady Amherst-Fasane (oben) und Tragopane oder auch Ährenträgerpfaue waren mir bekannt, aber die Vielzahl an Wachteln, Frankolinen und Fasanenarten in der Anlage war beeindruckend.
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Prälatfasan
Mit großem Interesse habe ich die Vögel aus der Nähe betrachtet, fotografiert und teilweise sogar ihre Rufe aufnehmen können.
Hierfür möchte ich mich bei Herrn Heiner Jacken und Herrn van Duijnhoven ganz herzlich bedanken.
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Temminks Tragopan
Für Interessierte hier nun weitere Fakten über die WPA:
Sie wurde 1975 gegründet um den Erhalt der Hühnervogelarten zu gewährleisten und die Haltung dieser Arten zu unterstützen. Mitglieder gibt es mittlerweile in 40 Ländern und die Organisation ist so anerkannt, dass sie die Spezialistengruppe „ICBP“ berät, welche wiederum mit der IUCN und dem WWF zusammenarbeitet.
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Schopfwachteln
Aktuelle Projekte der WPA umfassen neben dem hochbedrohten Edwardsfasan, der einst in Vietnam lebte, auch bedrohte Fasanenarten in Nepal, den Schutz des Wallichfasans in Pakistan, Großfusshühner auf Mantanani Island (Malaysia), Großfusshühner in Australien (die Nester auf Palau werden mit GPS erfasst und die Vögel, Nester und Fressfeinde langzeit überwacht), ein Projekt für Glanzfasane in Pakistan, eines zum Schutz wilder Fasane in Griechenland, den Landkauf auf Sulawesi für ein Schutzgebiet, Tragopan-Schutz in Indien und die DNA-Analyse schottischer Auerhühner um Inzucht feststellen zu können.
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Borneo-Feuerrückenfasan
Alles in Allem ist die WPA eine unverzichtbare und sehr engagierte Vogelschutzorganisation, die ich für unterstützenswert halte um der wunderbaren Vielfalt der weltweiten Hühnervögel willen.

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Alle Fotos: copyright by Robbenfelsen. Do not use without permission!
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Artenschutztag im Zoo Duisburg

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Am 26.8.2017 war es wieder soweit – der jährliche Artenschutztag fand im Zoo Duisburg statt.
Hier konnten Besucher sich über echte Tierschützer informieren – nicht die Möchtegern-Tierschützer die Parolen brüllend vor Zoos und Zirkussen gegen Tierhaltung protestierten oder mit gedankenlosen und gefährlichen Aktionen (Sprung ins Delfinbecken) das Leben der Tiere gefährden sondern echte Tierliebhaber wie die WPA, die sich weltweit für bedrohte Fasanen und andere Hühnervögel einsetzt oder der Zoll, der am Flughafen Koffer auf unerlaubte Souvenirs wie Tierfelle oder Elfenbein kontrolliert, oder die WWF Jugend die engagiert auf Plastikmüll in den Meeren hinweist.
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Anwesend waren auch die ZGAP, die Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde, die Elefantenschutzorganisation REA.eV die den berühmten David Sheldrick Trust unterstützt, die BOS die verwaiste Orangutan-Babies auf Borneo vor dem sicheren Tod bewahrt, der NABU mit Infoständen zu Wolf und Fledermaus, oder Rettet den Regenwald mit Unterschriftenlisten gegen Urwaldrodungen für Palmöl.
Nicht zu vergessen YaquPacha, die über die bedrohte Schweinswalart Vaquita aufklärten von denen es aktuell nur noch 30! Tiere gibt.
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All diese Organisationen wenden viel Zeit und Geld auf, um Tiere und deren Lebensräume in Kooperation mit Zoos zu erhalten. Sie sammeln Spenden für Anti-Wilderer-Einheiten in Afrika, Besenderung von Tieren zur Erforschung, Wiederauswilderungsprojekte für Ringelnattern, Erhaltungszuchtprogramme in Mexiko und Vietnam (Vaquita, Edwardsfasan), Strandsäuberungen und Schildkrötenschutz.

Die Infostände der Vereine hatten kostenlose Flyer, Postkarten, Buttons und Broschüren ausliegen, damit sich interessierte Zoobesucher zuhause weiter in die Problematiken einlesen konnten und erfreuten sich regem Zulauf.
Damit die Besucher näher an die Stände traten, gab es wie jedes Jahr eine Rallye, bei der zu jedem Stand Fragen beantwortet werden mussten. Als Preise winkten für die Teilnehmer tolle Gewinne. Kinder konnten auch Pandamasken bemalen oder Kuscheltiere mitnehmen. Außerdem gab es viel interessantes Anschauungsmaterial wie leere Wespennester, lebende Stabheuschrecken und Käfer, Zollbeschlagnahmungen wie ausgestopfte Krokodile und Ozelotfelle und Besucher durften Blindschleichen und Ringelnattern auf die Hand nehmen.
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Diese alljährliche Aktion ist wichtig, um die Öffentlichkeit auf Artenschwund und Lebensraumbedrohung der wilden Verwandten unserer Zootiere aufmerksam zu machen und sie zum Handeln zu bewegen. Jeder Einzelne kann viel tun – und wenn er nur Nistkästen für Singvögel aufhängt oder Blumen für Bienen und Fledermäuse pflanzt.
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Passend zum Artenschutztag hatte der Zoo ein Becken im Aquarium mit Plastiktüten und anderem Müll dekoriert. Daneben konnten Besucher über die Dauer nachlesen bis Plastik sich zersetzt hat und wie man Müll vermeiden kann.
Nächstes Jahr wollen meine Freunde und ich von SOS Schwertfisch auch wieder mit dabei sein, dieses Jahr hat es leider aus verschiedenen Gründen nicht geklappt.

 

Besuch in Krefeld

Am 16.6.2017 stattete ich dem Zoo Krefeld wieder einen Besuch ab. Der Zoo zählt neben dem in Duisburg seit jeher zu meinen Lieblingszoos, da er trotz eher geringer Größe einige interessante Tierarten und schöne Gehege aufweist.
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Dieser Besuch war von mir auch deshalb geplant, weil der Zoo seit 10 Jahren zum ersten Mal wieder Nachwuchs bei den Löffelhunden hat, eine selten in Zoos gezeigte, sehr hübsche Wildhundart, die aus Afrika stammt.
Löffelhunde (Otocyon megalotis) heißen wegen ihrer großen Ohren so, zudem haben sie viel mehr Zähne als andere Hundeartige, denn sie ernähren sich hauptsächlich von Termiten und anderen Insekten. Löffelhunde werden 46-66 cm lang und wiegen zwischen 3 und 5 Kg. (Quelle: Wikipedia)
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Im Februar zog ein neues Weibchen in Krefeld ein, mit dem sich das alte Männchen gut verstand, und nach 2 Monaten Tragzeit wurden Drillinge geboren.
Die kleinen Löffelhunde sind entzückend anzuschauen, sie spielen viel miteinander und den Eltern, verschwinden aber auch immer wieder in ihrem unterirdischen Bau, der versteckt in einer Hecke liegt.
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Zusätzlich zu den Löffelhunden gibt es zur Zeit in Krefeld auch viele andere Tierkinder zu bestaunen. Bei den Spitzmaulnashörnern (Diceros bicornis) Nane und Usoni stellte sich der 5. Nachwuchs ein. Tochter Najuma wurde am 22.8.2016 geboren, nach Davu 2006, Thabo 2008, Kibibi 2010 und Nabila 2013.
Auch Kibibi selbst hat im Zoo Tallin, Estland, am 3.6.2017 einen Sohn bekommen.
Somit ist die Krefelder Zucht in mehreren Generationen erfolgreich und sorgt für die wichtige Arterhaltung bei den stark bedrohten Spitzmaulnashörnern.
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Bei den Zwergziegen sorgte Vater „Sheldon Cooper“ gleich 7 Mal für niedlichen Nachwuchs den man mit etwas Glück schon streicheln kann, denn die Kleinen tollen putzmunter durch das Außengehege.
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Die Schneeleoparden (Panthera uncia) Patan und Dari erfreuten am 9.4.2017 mit drei Jungtieren, einem Kater und 2 Katzen. Die beiden 7-jährigen Tiere wurden zum dritten Mal Eltern, nach Kater Schan 2013 und den Katzen Yala und Nefeli 2015.
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Auch bei den Jaguaren Porgy und Bess stellte sich 2016 zum dritten Mal Nachwuchs ein, nach Ruben und Rica 2010 und Socorro 2013. Am 8.2.2016 kamen Mato und Miri zur Welt, wovon man aber nur noch Tochter Miri mit Bess zusammen beobachten kann, denn ihr Bruder Mato wurde im April an den Zoo Bordeaux in Frankreich abgegeben.
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Weitere Jungtiere sind die Gorillajungs Tambo und Pepe von 2013 und 2015 und die Orangutankinder von Lea. Changi ist mit fast 7 Jahren ein Halbstarker, seine Halbschwester Suria kam am 5.12.2016 zur Welt und ist noch voll auf die Mutter angewiesen.
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Ein weiteres Orangutanbaby kam am 1.6.2017 zur Welt, wird aber von Hand aufgezogen, da Mutter Sungai krank wurde und sich nicht mehr kümmern konnte.
Die Handaufzucht findet hinter den Kulissen statt, der Kleine soll aber sobald wie möglich wieder mit der Gruppe vereint werden.
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Auch bei den Huftieren gibt es einige Jungtiere zu sehen, so einen kleinen Axishirsch, eine Nilgau-Antilope und einen Kudu.
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Neben viel Nachwuchs bietet der Zoo Krefeld interessierten Besuchern den einzigen Berg-Anoa in ganz Europa. Mehr über ihn und Anoas allgemein könnt ihr hier lesen.

Das neueste Gehege, das erst vor kurzem eröffnet wurde, gehört den Erdmännchen und befindet sich neben den Gehegen für Asiatische Elefanten und Spitzmaulnashörnern.
Hier wohnt „Toni Erdmann“ mit zwei Frauen.
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Ein weiteres sehr schönes und neues Gehege ist die begehbare Humboldtpinguinanlage in der auch Inka-Seeschwalben frei fliegen dürfen.
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Der Zoo Krefeld ist auch bekannt dafür, alten Tieren das Gnadenbrot zu geben, bis sie an Altersschwäche sterben, entgegen den haltlosen Vorwürfen der Zoogegner, dass alte Tiere in Zoos immer eingeschläfert würden um Platz für neue zu machen.
So leben in Krefeld unter anderem Pony Mickey der schon 37 Jahre alt ist, Siamang Kathrin bringt es auf 43 Jahre (in freier Wildbahn werden sie selten 25 Jahre alt) und der europäische Fischotter Titus ist mit 17 Jahren auch schon ein Senior, bereits taub und blind, aber nach wie vor putzmunter.
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Weitere verstorbene Senioren waren das Baumkänguru Summer, die fast 20 Jahre alt wurde, Jaguar Jackson der 21 Jahre schaffte, und Orangutan Telok, der es auf über 50 Jahre brachte.
Im Zoo werden Wildtiere generell meist viel älter als in der Wildbahn, da sie hier gegen Krankheiten behandelt werden, keine Fressfeinde fürchten müssen, immer genug Nahrung erhalten und vor Naturkatastrophen und anderen Gefahren wie Wilderern geschützt sind.
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Tierschutz und Extremismus – woran erkennt man den Unterschied?

In diesem Artikel möchte ich mich mit den Begriffen „Tierrechte“ und „Tierschutz“ beschäftigen, denn mir ist aufgefallen, dass noch immer viele Menschen diese Bezeichnungen durcheinander werfen oder den Unterschied gar nicht kennen.
Dabei gibt es einige entscheidende Unterschiede und so gut wie keine Gemeinsamkeiten zwischen extremen Aktivisten, die für sich beanspruchen, für die Rechte der Tiere einzutreten und jenen Menschen, die glaubhaft echten Tier- und Naturschutz betreiben.

Hierzu habe ich eine Tabelle angefertigt:
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Diese Tabelle zeigt bereits in vereinfachter Form einen enormen Unterschied zwischen Tierrechtlern und Tierschützern: Tierrechtler lehnen alle Formen der Tierhaltung und Tiernutzung ab, ganz egal ob die Tiere dabei zu Zwecken der Jagd oder Fleischnutzung getötet werden oder nur von Menschen gehalten und gepflegt werden.
Der Extremist macht hier auch keinen Unterschied zwischen einer guten Tierhaltung und einer schlechten.
Kommerzielles Delfinarium mit Minibecken & Chlorwasser und aus Massenschlachtung in Japan importierten Delfinen im Vergnügungspark oder wissenschaftlich geleitetes Delfinarium mit ausreichend großen Becken oder abgetrennten Meeresbuchten ohne Chlor und Delfinen die bereits dort geboren wurden?
Egal, der Delfin lebt nicht im Meer und ist nicht „frei“, also weg damit.
Kleiner Circus mit winzigen Gitterkäfigen und Tieren die angekettet und zu Tricks gezwungen werden oder gut geführter Zirkus wo die Tiere viel Platz und Auslauf haben, nicht angekettet und mit positiver Verstärkung trainiert werden?
Egal, Tiere sollen nicht zum Vergnügen des Menschen gehalten werden, also weg damit.
Gequälter Kettenhund ohne Wetterschutz und ausreichend Nahrung und Wasser inmitten Müll gehalten oder geliebter Haushund mit Familienanbindung,  vielen Spaziergängen und genug Nahrung?
Egal, Tiere gehören nicht in Menschenobhut. Weg damit!
So propagieren es Tierrechtler, die häufig auch Befreiungsaktionen durchführen, bei denen schon Tiere von Autos und Zügen überrollt wurden.
Befreite amerikanische Nerze aus Pelzfarmen bedrohen europäische Nerze und verdrängen diese aus ihrem natürlichen Lebensraum.
Die Aktionen sind häufig illegal, selten zum Nutzen der Tiere und beinhalten oft auch absichtliches Schädigen von Menschen. Landwirte und Metzger werden bedroht, Hochsitze von Jägern angesägt und daher Unfälle billigend hingenommen, Mitarbeiter von Versuchslabors erhalten Todesdrohungen. Besonders ALF (Animal Liberation Front) tut sich hier hervor. Auf dieser Seite ist zu lesen:
„Vor acht Jahren entzündete sich ein Brandsatz an einem Schlachthof in Hannover. Aktivisten warfen die Scheiben des Bauamtes in Celle ein, weil dort Bauanträge für Mastanlagen genehmigt wurden. Sie zertrümmerten Fenster von Fleischereien, zerstörten Kühllaster und hinterließen Botschaften wie »Fleisch ist Mord«. Darunter oft das Kürzel ALF – für Animal Liberation Front.“
Manche Organisationen wie EndZoo und BornFreeFoundation haben sich das Schließen ganzer Zoos (die weltweit von 700 Millionen Menschen besucht werden) auf die Fahne geschrieben, andere wie WDSF (Wal-und Delfinschutzforum) und ProWal wollen Delfinhaltungen abschaffen.
Besonders bedenklich ist das Vermenschlichen von Tieren zu sehen, bzw. die Gleichstellung von Menschen und Tieren auf eine Stufe. So werden sogar Menschenrechte für einzelne Tierarten wie Menschenaffen und Delfine gefordert.
Unnötig zu erwähnen, dass es dann keine Menschenrechte mehr wären und dass gleichzeitig andere Tierarten dadurch diskriminiert würden nur weil sie weniger intelligent, sozial oder menschenähnlich sind.
Zitat: „Die Aktivisten berufen sich dabei auf ein Konzept, das sich Antispeziesismus nennt. Ausgehend von den Ideen ihres Vordenkers Peter Singer, sehen sie sich als Erben jener Freiheitskämpfer, die erst die Grenzen zwischen den Rassen sprengten und dann die zwischen den Geschlechtern. Nun sollen auch die Grenzen zwischen den Spezies fallen. Nach dieser Logik ist der Antispeziesismus der nächste große Freiheitskampf nach Antirassismus und Antisexismus: Tierbefreier wollen nicht nur Tiere aus Käfigen befreien, sondern jedwedes Lebewesen aus jedweder Herrschaft.“
Noch prekärer wird es, wenn diese Tierrechtler dann in Bezug auf Tiere von „Insassen“, „Gefängnissen“ und „Mord“ sprechen oder gar Schlachthäuser und Massentierhaltung mit dem Holocaust an 6 Millionen Juden vergleichen.
Immer gehen solche Menschen vor, ohne zu differenzieren. Ihre Forderungen basieren nicht auf wissenschaftlichen Forschungen, sie sind keine Experten, sondern meist nur privat an Tieren interessiert, ohne je Biologie, Veterinärmedizin oder ähnliches studiert zu haben. Sie ignorieren regelmäßig Behördenkontrollen, verliehene Zertifikate für hervorragende Tierhaltung, Aussagen von Forschern, Biologen oder anderen Wissenschaftlern.
Dem gegenüber stehen die echten Tierschützer und Naturschützer.
Sie setzen sich aus Wissenschaftlern, Biologen, Tierärzten und Zoologen zusammen, die Erfahrung mit der Erforschung und Haltung von Tieren haben.
Mit viel Herzblut setzen sie sich dafür ein, dass Tierarten vor der Ausrottung bewahrt werden, natürliche Lebensräume geschützt werden und Tierhaltung kontrolliert wird aber erlaubt bleibt.
Zahlreiche Forschungen an Tieren, die wildlebenden Artgenossen zugute kommen, sind nur in Zoos, Zirkussen und anderen Tierhaltungen möglich, da man nur dort nah genug an die Tiere herankommt, um Speichelproben zur Cortisolmessung zu nehmen oder Blutproben und andere Messungen.
An den Mensch gewöhnte Tiere geben freiwillig Blut, Urin, Sperma, Atemproben und Speichel ab um Untersuchungen zu ermöglichen. Nur unter kontrollierten Bedingungen waren Erkenntnisse zur Fortpflanzung und Jungenaufzucht, Ernährung und Krankheiten möglich.
Delfine zum Beispiel sind nur als so intelligent bekannt, weil man in Zoos Spiegeltests und andere Tests zur Intelligenz machen konnte. Auch dass Delfine einen individuellen „Kontaktruf“ haben, der so etwas wie ein persönlicher Name ist, wurde in Delfinarien herausgefunden. Ironischer Weise stützen sich Forderungen der Tierrechtler, Delfine frei zu lassen, hauptsächlich auf die hohe Intelligenz dieser Tiere, die aber ohne Zoos gar nicht bekannt wäre.
Bevor man um 1940 herum weltweit anfing, Delfine zu halten, wurden diese noch als Nahrungskonkurrenten von Fischern legal abgeschossen und wo nur möglich verfolgt.
Orcas wurden sogar von der Luftwaffe mit Bomben beworfen, in Versuchen diese als gefährliche Mörder verschrienen Tiere auszurotten. Dank SeaWorld und anderen Orcahaltungen heute völlig undenkbar.
Wir müssen uns fragen, ob wir uns das radikale und unvernünftige Handeln von Tierrechtlern noch länger gefallen lassen wollen, die uns vorschreiben wollen, wie wir zu leben haben. Wer weiterhin Fleisch essen, Milchprodukte konsumieren, Zoo und Zirkus besuchen und ein Haustier halten möchte, sollte nicht auf die Kampagnen und Werbespots der Extremisten hereinfallen, denn Delfine, Raubkatzen, Eisbären oder Elefanten sind nur der Anfang. Ihr Ziel ist es, jeglichen Kontakt zu Tieren zu unterbinden und das wiederum kann nur zu mehr Naturentfremdung, Gleichgültigkeit gegenüber Mitgeschöpfen und einer Abnahme von Wissen über diese führen.
Wahre Tierschützer halten engen Kontakt zu Tieren um sie zu studieren, zu pflegen und wenn nötig auch zu nutzen. Es wäre ein Unding, Blinden den Blindenhund zu verwehren und kranken Kindern die Delfintherapie.
Selbst Unterhaltung muss nicht auf Kosten der Tiere gehen. Heutzutage gilt Training mit Tieren oder die Vorführung dieser oft als negativ. Dabei sind heutige Trainingsmethoden positiv, Tiere werden für Erwünschtes belohnt, für Nichtgewolltes ignoriert. Tiere wollen beschäftigt werden und zeigen oft viel Freude an Clickertraining und Beschäftigungseinheiten. Nur weil wir Menschen Spaß daran haben, diese Beschäftigung zu beobachten und bei Vorführungen zuzuschauen, müssen wir uns nicht schlecht fühlen.
Eine Welt ohne Tiere wäre eine trostlose Welt, lassen wir es nicht dazu kommen.
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Foto: Loro Parque. copyright: Robbenfelsen

Zu Besuch bei Nemo, dem Otter

Alles begann an meinem Geburtstag 26.1.2016. Ich hatte bereits einen schönen Vormittag im Tierpark Bochum mit Eltern und Freunden verlebt und meine Eltern fuhren mich anschließend noch zum Wilhelm-Fabry-Museum in Hilden, weil dort eine Ausstellung über Otter zu sehen war, die ich mir anschauen wollte.
Gerade als wir zum Eingang des Museums kamen, sah ich Nemo, den berühmten Otter mit seinem Besitzer Dr. Wolfang Gettmann!
Es war Zufall, dass die Beiden gerade in diesem Moment auch dort waren!
Zu meiner großen Freude und Krönung des schönen Geburtstages durfte ich Nemo auf die Schulter nehmen und einige Erinnerungsfotos wurden geschossen.
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Nemo und ich

Dr. Gettmann machte mir noch eine Freude, denn ich durfte ausnahmsweise die Ausstellung fotografieren, obwohl dort normalerweise Fotografieren verboten war.
Als Dankeschön für dieses tolle Erlebnis versprach ich ihm, Nemo als Acrylbild zu malen.
Das Malen des Bildes nahm viel Zeit in Anspruch und wurde unter Anderem durch meine Besuche der Insel Teneriffa im September 2016 und Februar 2017 unterbrochen aber am 18.5.2017 war es endlich soweit und ich konnte Dr. Gettmann das Bild überreichen.
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Dr. Gettmann, Nemo und ich

Nemo wurde am 22.11.2005 im Aquazoo Düsseldorf geboren und weil seine Mutter ihn nicht annahm, vom damaligen Zoodirektor (1994-2013) Dr. Wolfgang Gettmann von Hand aufgezogen.
Die Art, der Nemo angehört, nennt sich Kurzkrallenotter, ist die Kleinste der bekannten Otterarten und wird daher auch Zwergotter genannt.
Kurzkrallenotter (Aonyx cinerea) leben in Südostasien, von Indien über China und Malaysia bis zu Sumatra, Borneo, Java und den Philippinen.
Sie sind durch den Verlust ihres Lebensraums gefährdet (IUCN = vulnerable), werden aber häufig in Zoos gehalten und gezüchtet. Zwergotter kann man unter Anderem im Zoo Duisburg, ZOOM Gelsenkirchen, Zoo Dortmund und Zoo Köln sehen, in letzterem gab es Anfang 2017 2-fachen Nachwuchs.
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Zwergotternachwuchs im Zoo Köln. Copyright: Robbenfelsen

Kurzkrallenotter können maximal 5 Minuten lang tauchen und fressen vor allem Krebse, Muscheln und kleine Fische wie Rotfedern und Sardellen. Dr. Gettmann verriet mir aber, dass Nemo auch Weintrauben, Kirschen und rote Paprika mag!
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Ich durfte Nemo und seinen Ziehvater auf einem Spaziergang zur Itter, einem kleinen Flüsschen in der Nähe, begleiten. Hier ging Nemo sofort ins Wasser und tauchte nach Fressbarem.
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Das kalte Wasser macht Nemo dabei nichts aus, denn Kurzkrallenotter besitzen ein dichtes Haarkleid, dessen isolierende Wirkung von 50.000 Haaren pro Quadratzentimeter gewährleistet wird! Tatsächlich dauerte es auch nicht lange, und Nemo hatte am Flussgrund etwas Schmackhaftes ertastet:
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Nemo erbeutet einen Signalkrebs

Ein großer amerikanischer Flusskrebs wurde von ihm vor meinen staunenden Augen ans Ufer geschleppt und sogleich verspeist. In der Itter fängt er regelmäßig Fische und diese Krebse. Damit leistet Nemo einen wichtigen Beitrag zum Schutz der heimischen Fauna, denn die eingeschleppten amerikanischen Flusskrebse übertragen die Krebspest auf heimische Krebsarten wie den Edelkrebs, der dadurch an den Rand der Ausrottung gebracht wurde.
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Begleitet wurden wir auf unserem kleinen Ausflug auch von Nemos Hausgenossen, dem Hovawart Balou. Er bellte zwar kräftig bei meiner Ankunft, erwies sich dann aber als sehr verschmust und wollte fast ebenso oft gestreichelt werden wie Nemo.
Auch Balou nutzte den Spaziergang, um in der Itter zu baden.
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Balou teilt offensichtlich Nemos Liebe zum Wasser

Zurück bei Dr. Gettmann trocknete Nemo sich zunächst in einem Handtuch am Boden um dann trotz Flusskrebsmahlzeit noch einige Sardellen und ein Hühnerherz abzustauben.
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Nemo bekommt Sardellen

Meine Begleitung und ich durften dann auf dem Sofa Platz nehmen und Nemo legte sich zu uns auf den Schoss und ließ sich streicheln.  Dabei machte er die ganze Zeit niedliche Quietschgeräusche, bei denen man gar nicht anders kann als ihn lieb zu gewinnen.
Wir durften durch die Ordner blättern mit den Zeitungsausschnitten von Interviews, Fernsehauftritten und Reisen die Nemo schon gemacht hat, denn er ist mit seinen 11 Jahren schon weit herum gekommen und hat viele Prominente kennengelernt.
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In freier Wildbahn werden Kurzkrallenotter höchstens 8-10 Jahre alt, aber da Nemo in menschlicher Obhut lebt, ist es zu erwarten und zu erhoffen, dass er noch einige glückliche Jahre vor sich hat. (Es gab schon Zwergotter in Zoos die 16 und mehr Jahre erreichten.) Erst vor Kurzem wurden Nemo bei einer OP ein Zahn und ein paar Warzen entfernt. Man sieht, wie gut er das überstanden hat:
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Nemo zeigt im Hause der Gettmanns einige lustige Verhaltensweisen, so zieht er mit Vorliebe Stecker aus Steckdosen oder öffnet Schranktüren, um so auf Anrichten und Tische zu klettern. Auf ein lautes „Nein!“ reagiert er fast reumütig und etwas beleidigt quietschend mit Rückzug, nur um es wenig später erneut zu versuchen.
Bei allem Spaß den wir mit Nemo hatten, merkten wir auch, wieviel Arbeit so ein quirliger Otter macht.
Auch wenn Nemo absolut stubenrein ist und das Katzenklo benutzt, hat er sich einen Großteil seines natürlichen Verhaltens bewahrt. Beim spielerischen Raufen mit Nemo darf man außerdem nicht zimperlich sein, denn er zwickt mit seinen spitzen Zähnchen gerne in die Hände. Trotzdem hat mir das Spielen mit ihm sehr viel Freude gemacht.
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Ich bedanke mich erneut bei Dr. Gettmann und seiner Frau für die freundliche Aufnahme und die Gelegenheit, Nemo persönlich kennen zu lernen.
Hier noch einige weitere Fotos von Nemo:

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La Vera – wichtige Zuchtstation für bedrohte Arten

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Rostkappenpapageien 
Im Februar 2017 ging ein lang gehegter Wunsch von mir in Erfüllung. Ich wurde von den Betreibern des Loro Parques eingeladen, hinter die Kulissen der Papageienzuchtstation „La Vera“ zu schauen, die der Loro Parque Fundacion angehört.
Die Loro Parque Fundacion wurde 1994 gegründet und bemüht sich um den Erhalt vieler bedrohter Tierarten, vor allem der Papageien.
1998 wurde die Zuchtstation La Vera eröffnet, die auf über 30.000 Quadratmetern Fläche fast alle der über 350 Arten und Unterarten hält und züchtet. Insgesamt leben hier fast 4000 Papageien.
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Wühlerkakadu
Die Zuchtstation mit eigenen Augen zu sehen, war überwältigend. Am Eingang gibt es eine große Futterküche mit Spülmaschine. Hier werden 2 x täglich an die 8000 Näpfe gespült! Hygiene ist sehr wichtig, denn Papageien verbergen ihre Krankheiten sehr lange und wenn sie erste Anzeichen zeigen, wie aufgeplustertes Gefieder, ist es oft schon zu spät um sie noch zu behandeln.
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Inka-Kakadu
Nachdem wir eine Sicherheitsschleuse durchschritten hatten, betraten wir den übernetzten Hauptteil der Anlage, in dem sich weit über 1000 Volieren befinden.
Größtenteils sitzen die Papageien hier als Paare mit Nistkästen um das Überleben ihrer bedrohten Arten zu sichern, es gibt aber auch einige große Gemeinschaftsvolieren, in denen ganze Schwärme von Kakadus oder Aras umherfliegen können.
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Aravoliere mit Lear- und Hyazintharas
Mir fiel auf, wie sauber „La Vera“ ist. Gärtner und Tierpfleger halten offenbar Volieren, Gänge und Wege penibel sauber und schneiden regelmäßig Büsche und Hecken.
Auch die Papageien waren in einem top-gepflegten Zustand mit leuchtendem Gefieder.
Die meisten von ihnen waren auch sehr neugierig und kamen sofort ans Gitter um uns zu begrüßen und unsere Kameras zu untersuchen.
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Gelbbrustara, Hyazinthara und oben Lear-Ara
La Vera bzw. die Loro Parque Fundacion hilft dabei, viele stark bedrohte Arten zu erhalten, wie den Blaulatzara, den Gelbohrsittich oder den Rotsteißkakadu.
Als Mitglied der ZGAP (Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz) war mir schon bekannt, wie gefährdet diese Arten sind und welche Anstrengungen nötig sind, um sie noch vor der Ausrottung zu bewahren, vor Allem wegen ihres teils sehr kleinen Verbreitungsgebiets und immer auch wegen Lebensraumzerstörung und Wilderei. Aber es war wunderbar, einen Zoo „persönlich“ kennen zu lernen, der aktiv an diesen Projekten beteiligt ist und mit der ZGAP zusammenarbeitet.
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Weißohr-Rabenkakadu
Von 1994 bis 2017 hat die Fundacion 17 Millionen Dollar in 135 Artenschutzprojekte investiert mit beachtlichen Erfolgen. Bei Vorträgen von Biologe Rafael Zamora und Dr. Javier Almunia, dem Direktor der Loro Parque Fundacion, erfuhr ich viele Einzelheiten zu diesen Projekten. Gerade weil es schwierig ist, Menschen für Vögel zu begeistern, die viele nicht so niedlich wie Pandas, oder stark und schön wie Tiger halten, gebührt den Bemühungen der Loro Parque-Mitarbeiter großer Respekt.
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Sonnensittiche
Für den Gelbohrsittich in Kolumbien war es 1998 eng: Es gab nur noch 80 Exemplare.
Dank der Stiftung gibt es heute wieder 4000!
Der Erfolg ist auf die Miteinbeziehung der lokalen Bevölkerung zurückzuführen, die traditionell an Palmsonntagen die Palmblätter der Kentiapalmen benutzte und damit den Gelbohrsittichen ihre Brutmöglichkeiten raubte.
Die Kentiapalmen wurden zum Gewinn der Palmwedel sogar oft gefällt.
Nach Gesprächen mit der katholischen Kirche und dem Vatikan gelang es, die Gemeinden davon zu überzeugen, andere Palmblätter zu benutzen und die Stiftung pflanzte neue Kentiapalmen, um den Bestand für die Papageien aufzuforsten.
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Erzlori
Ein weiteres Projekt das uns vorgestellt wurde, war das des Lear-Aras.
2001 gab es nur noch 200 dieser blauen Papageien in Brasilien. Dank der Loro Parque Fundacion sind es nun wieder 2000.
Für Zuchterfolge musste man zunächst herausfinden, wo die Aras brüten. Anders als angenommen, legen sie ihre Eier nicht in Baumstämmen ab sondern graben bis zu 20 Meter tiefe Gänge in Felsen und brüten dort. So konnte der Loro Parque in La Vera Kunstfelsen in die Volieren bauen, die dann von den Paaren angenommen wurden.
Auch die Ernährung der Lear-Aras ist sehr speziell, denn sie haben sich auf die Nüsse der Licuripalmen spezialisiert. In nur 10 Jahren gelang es den Mitarbeitern von La Vera, 34 Küken aufzuziehen. 9 davon wurden in Brasilien wieder ausgewildert.
Vor Ort werden Bauern für ihre Ernteverluste beim Maisanbau entschädigt und so wird das Abschießen der Aras verhindert. Ortsansässige stellen Kunsthandwerk her wie geflochtene Schalen und verkaufen es an Touristen. Der Erlös geht an das Papageienerhaltungsprogramm.
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Hyazinthara und Rotohr-Ara
Der Blaulatzara ist ebenfalls ein stark bedrohter Papagei. Er lebt in den verbliebenen Regenwaldinseln in Bolivien. Im Umkreis wurde alles gerodet um Platz für Viehherden zu schaffen. In der Regenzeit steht das Gebiet unter Wasser und die Papageien müssen sehr weit fliegen, um Nahrung zu finden.
1999 gab es nur noch 50 Blaulatzaras, heute sind es wieder 300.
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Blaulatzara
Eins der Hauptprobleme vor Ort war ein traditioneller Tanz, für den viele Aras getötet werden. Von jedem Ara wurden nur die 2 langen Schwanzfedern genutzt, um daraus einen Kopfschmuck für die Tänzer herzustellen. So mussten für einen Kopfschmuck schon mehrere Vögel sterben. Die Fundacion zeigte den Einheimischen, wie sie künstliche Federn herstellen können. Für bereits vorhandene Kostüme mit echten Federn gab es Zertifikate, so dass diese weiter benutzt werden durften, aber die künstlichen Federn wurden schnell sehr beliebt und heute gibt es Wettbewerbe unter den Tänzern, wer die besten künstlichen Federn herstellt. Dank der Kunstfedern werden jedes Jahr 6000 Papageien vor dem Tod bewahrt.
Mehrere Sponsoren, unter Anderem National Geographic unterstützten das Projekt.
Dank der Unterrichtung der Lokalbevölkerung (Arakuscheltiere wurden an Kinder verschenkt, jemand stickte einen Blaulatzara auf eine Madonnenfigur…) sind die Menschen nun stolz auf „ihre“ Papageien und helfen mit, sie zu schützen.
Auch die damalige Miss Bolivien konnte für das Projekt begeistert werden und half beim Nistkastenbau mit. Als sie dann später zur Miss Universum gewählt wurde, trug sie ein Kostüm, das einen Blaulatzara darstellen sollte und sprach bei ihrer Dankesrede von dem Schutzprojekt.
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Nasenkakadu
Ein weiteres Projekt, bei dem Loro Parque Fundacion und ZGAP zusammenarbeiten, ist das Projekt zum Schutz des Rotsteißkakadus.
Er lebt nur auf den Philippinen und es gab nur noch 22 Exemplare. Ende 2016 wilderte die Fundacion 7 Kakadus aus, der Gesamtbestand stieg wieder auf 340 Vögel.
Dazu wurde Aufforstung betrieben und ehemalige Wilderer, die früher die Kakaduküken verkauften und schmuggelten, wurden zu Vogelschützern umgeschult. Sie bekommen nun Geld dafür, dass sie die Kakadus und ihre Nistkästen schützen.
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Gebirgsloris
Der unermüdliche Einsatz für bedrohte Tiere hat mich sehr beeindruckt und dankbar gemacht. Im Gegensatz zu vielen Tierrechtsgruppen, die oft gegen Tierhaltung in Zoos, Aquarien und Delfinarien protestieren, sind die Angestellten und Mitarbeiter eben jener Zoos die wahren Helden der Tierwelt. Sie scheuen keine Kosten und Mühen um, oft über viele Jahrzehnte hinweg, gefährdete Arten zu erforschen, nachzuzüchten, auszuwildern und mit Hilfe der Einheimischen vor der Ausrottung zu bewahren. Man mag kaum erahnen, wie viel Zeit und Stehvermögen es benötigt, um an das angestrebte Ziel zu gelangen. Nicht selten werden diesen Projekten Steine in den Weg gelegt oder es gibt Rückschläge durch Epidemien oder plötzlich auftretende Wetterphänomene.
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Grünschwanzlori
Der Erfolg der oben genannten Projekte jedoch gibt den Artenschützern recht: Es lohnt sich, Wildtiere zu halten, nachzuzüchten und zu erforschen. All dies hat ungemeine Bedeutung für die Erhaltung der Arten in unserer heutigen Welt die so stark unter Umweltverschmutzung, Waldrodung und Überbevölkerung zu leiden hat.
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Edwards-Feigenpapagei
Jeder einzelne von uns kann etwas dagegen tun:
Schon der Besuch eines wissenschaftlich geleiteten Zoos oder Delfinariums trägt oft dazu bei, dass mit dem Eintrittsgeld auch Geld in die Kassen der Naturschutzorganisationen gespült wird, wie im Fall der Loro Parque Fundacion: 10% des Eintrittsgeldes für den Loro Parque gehen an die Fundacion und damit direkt an den Artenschutz.
Aus diesem Grund halte ich die Forderung vieler Tierrechtler: „Don’t buy a ticket“ („kauft keine Eintrittskarte für einen Zoo/ein Delfinarium“) für eine der dümmsten Forderungen die es nur geben kann. Sie läuft dem Arten- und Naturschutz zuwider, für die sich wunderbare Orte wie „La Vera“ jeden Tag aufopfern.

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Ich bin dankbar, die Vielfalt der herrlichen Papageien und Sittiche in La Vera erlebt haben zu dürfen und wünsche dem Park mit seiner Stiftung weiterhin gutes Gelingen in der so wichtigen Zucht bedrohter Arten!
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Blaukappenamazone